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NACHHALTIGKEIT - 14.11.2022, 14:46 Uhr

Die Blauen Engel fliegen weiter!

Der Blaue Engel DE-UZ 195 ist Europas hochwertigstes Umweltlabel für Druckprodukte. Die Umsetzung und Kontrolle basieren auf zumeist vielschichtigen Prozessen. Das erfordert eine besondere Kommunikationsstruktur zwischen den zeichengebenden Behörden und den Druckereien. Die Brancheninitiative UmDEX beteiligt sich am Bestreben der Zeichengeber RAL und UBA, diese Struktur laufend

Druckprodukte sind mitunter sehr vielschichtige Produkte – ihre Komponenten sind aus den unterschiedlichsten Anforderungen heraus teils höchst individuell, denken wir nur an spezielle Bindearten, Leime, an Lacke, Heftdrähte oder Bindefäden.

Der Blaue Engel DE-UZ 195

Das Druckproduktlabel Blauer Engel DE-UZ 195 ist das hochwertigste Label in der EU. Es zahlt auf fairen Wettbewerb in der Druckbranche ein und liefert Printbuyer:innen sichere Orientierungen bei der Auswahl nachweisbar umweltgerechter Druckprodukte.
Was da aus Käufersicht so leicht und locker produziert erscheint, wenn wir ein fertiges Druckprodukt mit einem entsprechenden Label in den Händen halten, ist tatsächlich ein höchst vielschichtiger und umfassender Prozess.

So müssen beispielsweise Lieferanten von Druckfarben ihrerseits auf Nachfrage der Zeichennehmer (Druckereien) fundierte Nachweise über die Zertifizierungstauglichkeit erbringen – und zwar direkt an die Vergabestelle RAL.

Das macht deutlich, wie komplex die Beantragung bestimmter Druckprodukte ist, zumal vonseiten der Druckereien nicht immer überblickt werden kann, wann und ob Zulieferer dieser Bitte nachkommen. Schließlich war die Vergabe- bzw. Zertifizierungsstelle RAL nicht selten gezwungen, fehlende Unterlagen nachzufragen.

Lösungen für eine schnellere Bearbeitung von DE-UZ-195-Anträgen

Diese Tatsache, das gestiegene Interesse an diesem Label seitens der Druckbranche, aber auch laufend neue „Zutaten“ bei der Drucksachenproduktion, denken wir nur an relativ neu definierte, vegane Druckfarben, haben in den letzten Monaten für einen Bearbeitungsstau bei der Zeichengeberin RAL gesorgt.

Die Zertifizierungsstelle RAL und das Umweltbundesamt (UBA) arbeiten an einer laufenden Verbesserung der Antragsprozesse für Druckereien. Dabei legen die Behörden viel Wert auf Kooperationen mit beteiligten Instanzen wie Verbänden, Instituten und Druckdienstleistern. Die Abb. zeigt beispielhaft einige der beteiligten Verbände und Initiativen.
Bildquelle: Zusammenstellung GPG


Die Brancheninitiative UmDEX sowie die KFB (Kampagne zur Förderung des Blauen Engel DE-UZ 195) erklären zum aktuellen Stand:
  • Wir freuen uns über das große Interesse in der Druckbranche an diesem Druckproduktlabel.
  • Wir begrüßen die Vorgehensweise der Zertifizierungsstelle RAL, anstatt die Bedingungen des Labels aufzuweichen, die Antragsfristen nunmehr bis Mitte 2023 zu verlängern und bezüglich der Zeichengüte strikt Kurs zu halten.
  • Die Zeichnungsgeberin arbeitet stattdessen derzeit konkret an diversen Erleichterungen, etwa an einer Datenbank in Bezug auf bereits vorliegende Nachweise vonseiten der Lieferanten, um die Antragsnachweise für Druckereien zu erleichtern.
  • Die Vergabestelle RAL sowie das zuständige Umweltbundesamt (UBA) agieren hierbei nicht in einem isolierten Prozess, sondern binden alle beteiligten und wesentlichen Instanzen in diesen stetigen Verbesserungsprozess ein. Damit ist ein sehr konstruktiver, interessenausgewogener Austausch sichergestellt worden.
  • Die Brancheninitiative UmDEX war bereits an diversen Austauschformaten (u. a. Videokonferenzen) beteiligt und hat diesen Prozess auch mit eigenen Anregungen befördert.
  • Aufgrund der von RAL/UBA initiierten Austauschformate sind nun also diverse Erleichterungen in Sicht, die im Laufe des kommenden Jahres priorisiert umgesetzt werden.
  • Generell begrüßen wir, dass die Voraussetzungen für die Zertifizierungen trotz der Komplexität nicht aufgeweicht werden, wie von anderen Verbänden immer wieder gefordert, sondern tendenziell sogar weiter verschärft werden.


RAL und UBA betonten in einer Videokonferenz vom 27. Oktober, auch künftig alle relevanten Instanzen, Verbände und Initiativen, z. B. UmDEX, den f:mp., den bvdm und weitere an der, konkreten Weiterentwicklung des Labels zu beteiligen.

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